Ravenking

Es war einmal ein Prinz, der liebte das Reiten, doch nicht zu Pferd, sondern auf zwei Rädern will er gleiten. Er liess verbreiten, er sei der beste Motorradfahrer aller Zeiten. So sah man ihn, den Gescheiten, in mittleren Breiten, immer im Sattel, zu allen Jahreszeiten.
Doch was nicht war zu bestreiten und stand im Buch des Lebens auf anderen Seiten, war, dass er Vögel nicht tat schätzen. So juckte es ihn bei seinen Einsätzen, mit flachen Absätzen durch den Wald zu hetzen. Er schlich zu Brutplätzen, stahl Eier und tat Fasane verletzen, die hingen blieben in seinen Fangnetzen.
An einem Tag sah er bei den Parkplätzen einen untersetzten Raben, der sich komisch gebar. Der Prinz ging zum Trottoir und dachte lapidar: Dieses Exemplar ist sicher verzehrbar.
«Raahr, raahr!», das war des Raben Vokabular, «bitte bewahr!» Der Prinz jedoch strich sich sonderbar nur eitel durch sein dünnes Haar. Er konnte nicht wissen, dass der Rabe eine Gefahr und ein wahrer Zauberer war, so liess er sich nicht ein auf diesen Kommentar.
Da sprach das Tier:
«Rabe, Rabe, Prinzenknabe,
bleibst ein Rabe bis ins Grabe!»
Und so ward der Edelknabe, in Ewigkeit und ohne Gnade, verdammt zu fahren auf dem Rade.
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